Konzeptionierung von Maßnahmen zur Verbesserung des Pflegezustandes von FFH-Lebensräumen sowie Habitaten der Arktischen Smaragdlibelle im FFH-Gebiet 136 „An den Ziegenböcken“
Entwicklung eines Beweidungskonzeptes und Schutz der Arktischen Smaragdlibelle im Klosterlausnitzer Moor.
Das ENL-Projekt startete im Juni 2026 und baut auf den zwischen 2018-2025 durchgeführten ENL-Projekten im Klosterlausnitzer Moor „Revitalisierung des Klosterlausnitzer Moores im FFH-Gebiet 136 „An den Ziegenböcken“ I & II“ auf. Das Projektgebiet liegt im FFH-Gebiet 136 „An den Ziegenböcken“ sowie dem Naturschutzgebiet 154 „Sümpfe und Wälder bei Bad Klosterlausnitz“.
Ziel ist die Entwicklung fachlicher Grundlagen zur langfristigen Verbesserung des Pflegezustandes wertvoller FFH-Lebensräume sowie von Habitaten der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica).

Projektziele
Das Klosterlausnitzer Moor stellt das größte mesotroph-saure Durchströmungsmoor Thüringens dar und besitzt eine herausragende Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz. Durch Nutzungsaufgabe, Gehölzsukzession und Veränderung des Wasserhaushaltes weisen jedoch zahlreiche Moor- und Offenlandlebensräume erhebliche Defizite im Pflegezustand auf. Daher bildet die Entwicklung eines Beweidungs- und Pflegekonzeptes einen zentralen Projektschwerpunkt.
Gleichzeitig befindet sich hier das einzige langfristig stabile Vorkommen der Arktischen Smaragdlibelle in Thüringen, deren Lebensräume langfristig gesichert und entwickelt werden sollen. Ein weiterer Projektschwerpunkt ist die langfristige Sicherung und Entwicklung ihrer Habitate.
Maßnahmen
Schwerpunktbereich 1 – Entwicklung eines Beweidungskonzeptes
• Erarbeitung einer geeigneten Beweidungskulisse
• Auswahl geeigneter Weidetiere
• Planung der Weideinfrastruktur
Schwerpunktbereich 2 – Schutz der Arktischen Smaragdlibelle
• Kartierung und Monitoring
• Hydrologische Untersuchungen
• Entwicklung geeigneter Renaturierungsmaßnahmen zur Habitatverbesserung
Hintergrund
Moore gehören zu den wertvollsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie speichern große Mengen Wasser und Kohlenstoff, bieten zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz. Viele Moore sind jedoch durch frühere Entwässerung, Nutzungsaufgabe und zunehmende Gehölzsukzession in ihrem ökologischen Zustand beeinträchtigt.
Eine angepasste extensive Beweidung kann dazu beitragen, offene Moor- und Feuchtlebensräume langfristig zu erhalten. Sie wirkt der Verbuschung entgegen und schafft strukturreiche Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Die Arktische Smaragdlibelle zählt zu den seltensten Libellenarten Thüringens und ist auf naturnahe Moorgewässer angewiesen. Das Klosterlausnitzer Moor beherbergt mit der Population im Bereich des Flächennaturdenkmals „Rote Pfütze“ das einzige langfristig stabile Vorkommen der Art in Thüringen. Der Erhalt dieses Lebensraumes besitzt daher eine besondere naturschutzfachliche Bedeutung.
Ansprechpartner:
George Rackley
Projektmitarbeiter
Konzeptionierung von Maßnahmen für FFH-Lebensräume und -Habitate im FFH-Gebiet 136
Telefon: +49 36693 2309-52
E-Mail: g.rackley@rag-sh.de
Das Projekt leistet einen Beitrag zu:
• Erhalt seltener Moor- und Offenlandlebensräume
• Schutz einer in Thüringen vom Aussterben bedrohten Libellenart
• Sicherung wichtiger Ökosystemleistungen von Mooren (Wasserrückhalt, Klimaschutz und Biodiversität)
• Entwicklung nachhaltiger und naturschutzgerechter Pflegekonzepte
• langfristiger Erhaltung der biologischen Vielfalt für zukünftige Generationen